Tanz-Lexikon
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Milonga - der schnelle Tanz für Tangoliebhaber
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Der Begriff Milonga ist doppeldeutig: Er bezeichnet einen südamerikanischen Tanz, aber auch einen generellen Tanzabend. Die Milonga gilt als Vorreiter des Tangos und erfordert reichlich tänzerisches Geschick.
Charakteristisch für den südamerikanischer Tanz ist die hohe Geschwindigkeit der Musik. Daher wird die Milonga auch als die schnelle Version des Tangos bezeichnet.
Die Milonga wird im Zweiviertel- oder Vierviertel-Takt getanzt. Dabei kommen sich die Tanzpartner sehr nahe, denn ohne die enge Umarmung ist ein sauberes Tanzen zu den schnellen Rhythmusvariationen sonst nicht möglich. Das erfordert eine gute sowie exakte Führung des Mannes, damit die Frau die Führungsimpulse erkennen und umsetzten kann.
Bei der traditionellen Milonga fordert der Mann mithilfe des Blickkontakts seine Gegenüber zum Tanz auf. Die Herstellung des Blickkontaktes wird als Mirada bezeichnet.
Milonga als Tanzabend
Seit 1872 versteht man unter dem Begriff Milonga neben dem Tanzstil auch eine Tanzveranstaltung oder einen Tanzabend. Hierbei treffen sich Tangotänzer, die so genannte Tanguera und Tanguero, um einen gemeinsamen Tanzabend zu verbringen. Es wird zu Tango, Vals und Milonga getanzt.
Die Tandas, die aus drei, maximal fünf Liedern einer Musikrichtung bestehen, werden durch kurze Intermezzi unterbrochen. Zwischen den Musikstücken bleibt Zeit, sich im Smalltalk mit dem Partner auszutauschen. Nach der Tanda bedankt und verabschiedet man sich und der Mann führt die Frau zu ihrem Platz zurück.
Die Einteilung in Tandas macht die Spezifik der Milonga aus. So ist für reichlich Abwechslung gesorgt und Tanzfreunde können an einem solchen Tanzabend mit vielen verschiedenen Partnern ihr Können auf dem Parkett unter Beweis stellen.
Schritte und Haltung beim Milonga
Neben den Tango-Schritten stellen gleichmäßigen Geh-Schritte die Basis der Milonga dar. Auch bei den Drehungen wird flüssig und ohne Stops getanzt. Typisch sind die kleinen Trippelschritte.
Dabei wird der ganze Fuß aufgesetzt. Die Schwierigkeit des Tanzes liegt in dem ständigen Wechsel zwischen normalen Schritten und Schritten mit verdoppeltem Tempo.
Die Schritte werden diagonal gesetzt. Die Verzierungen beschränken sich auf einige wenige. Dazu zählt der Golpecitos, das Tippen mit dem flachen Vorderfuß auf den Boden, und der Taconeos, das Klopfen mit den Hacken auf den Boden.
Achse wird beim Milonga nicht so streng gehalten
Anders als beim Tango wird in der Milonga die Achse nicht so streng gehalten, sondern die Tänzer schwingen im Takt der Musik leicht nach links und rechts mit. Der Mann erhält so ein besonderes Führungsinstrument, denn er kann seinen Oberkörper nach links oder rechts bewegen.
Der Grad der Neigung ist dabei entscheidend: Eine leichte Neigung lenkt die Schritte nach links oder rechts, eine stärkere Neigung mit leichter Vor- oder Zurückbewegung bedeutet Vor- oder Hinterkreuzen für die Frau.
Kategorie
Lateinamerikanischer Tanz, Paartanz
Schwierigkeitsgrad:
Schwer, Voraussetzung ist die Beherrschung des normalen Tangos
Takt:
2/4- oder 4/4-TaktTanz-Lexikon
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Artikel:
Datum: 23.06.2009 13:00:00 Uhr
Autor: Eva Schubert
Fotos: www.istockphoto.com (Teaser), Fotolia/Forgiss (Textbild 1)
