Tanz-Lexikon
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Power mit dem 3/4-Takt beim Wiener Walzer
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Der Wiener Walzer ist ein Gesellschaftstanz mit Historie. Und auch heute ist er der Klassiker bei festlichen Anlässen.
Stilvoll und elegant schweben die Tanzpartner über das Parkett. Was leicht aussieht ist eine Kunst. Der Wiener Walzer ist ein Schwungtanz mit doppelter Drehbewegung. Die Tänzer drehen sich sowohl um die eigene Achse als auch gegen den Uhrzeigersinn um die Tanzfläche. Hier die Orientierung zu behalten, erfordert Übung. Hinzu kommt, dass der im 3/4tel-Takt getanzte Walzer sehr schnell ausgeführt wird. Auf jeden Taktschlag kommen drei Schritte. Als Variationen gibt es die Rechts- und Linksdrehungen.
Die erste Erwähnung des Wiener Walzers stammt bereits aus dem 11. Jahrhundert. Der Wiener Walzer unterzog sich im Laufe der Jahre immer wieder einer Wandlung. Wegen seiner engen Paarhaltung und dem vielen Körperkontakt wurde er anfänglich sogar verboten, da er als zu unzüchtig betrachtet wurde.
Anfänglich von Bauern und Minnesängern getanzt, wurde der Wiener Walzer später hof- und salonfähig. Sein Name entstand durch den Wiener Kongresses im Jahr 1814 und 1815, nachdem er als Gesellschaftstanz die Ballsäle eroberte. Durch gesellschaftliche Einflüsse kam es allerdings in den 1920er Jahren zum so genannten Walzersterben und neue, modernere Tanzformen aus anderen Ländern setzten sich durch. In Deutschland wurde der Wiener Walzer 1932 in das Turnierprogramm aufgenommen.
Tanzaufstellung beim Wiener Walzer
Der Grundschritt mutet zunächst recht einfach an. Er ist identisch zum Langsamen Walzer.
>>> Grundhaltung: Der Mann steht streng aufrecht, leicht nach hinten geneigt, sozusagen mit "einem Stock im Hintern", sehr eng vor der Frau, die er fest greift.
>>> Grundschritt: Im ersten Schritt stehen beide Füße aneinander und exakt parallel. Bei der Grund-Rechtsdrehung setzt der Mann nun den rechten Fuß leicht nach links gedreht vorwärts, die Frau entsprechend den linken Fuß leicht nach links gedreht zurück. Der rechte Fuß wird dabei zwischen die Beine der Frau gesetzt. Der zweite Schritt ist der nachgezogene linke Fuß (bei der Frau der rechte Fuß), der aber nicht an den rechten Fluß anschließt, sondern eine Öffnung lässt. Mit dem so genannten Seit-Schluß wird der rechte Fuß an den linken herangezogen (bei der Frau umgekehrt) - die erste Hälfte des Grundschritts ist nun geschafft! Die zweite Hälfte geht nun genau in die entgegengesetzte: Also: Linker Fuß zurück, rechter Fuß nachgezogen, linker Fuß an den rechten Fuß aufgeschlossen - bei der Frau genau umgekehrt: Sie endet also so, wie der Mann angefangen hat.
Kategorie: Standardtanz, Paartanz
Schwierigkeitsgrad: sehr hoch, viele Hochzeitspaare unterschätzen die Schwierigkeit
Takt: 3/4-Takt
Geschwindigkeit: sehr hochTanz-Lexikon
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Artikel:
Datum: 10.11.2008 13:00:00 Uhr
Autor: Janine Schneider, Jörg Stroisch
Fotos: Pitopia (Teaser), Fotolia/Rey Kamensky (Textbild 1)
